Pinselkunde - Allgemeines zu Pinselhaarenhttp://www.diorama-shop.com/blog/33/Pinselkunde---Allgemeines-zu-Pinselhaaren.htmlDatum: 22.09.2009 3:02 Uhr von Frank
Es gilt die Regel: Je länger das verarbeitete Haar ist und je weiter es oben zur Spitze hin eingefasst wird, desto größer ist seine Spannkraft. Bei einem erstklassigen Kolinsky-Pinsel z. B. sind nicht selten bis zu 50 % der Haarlänge für den Käufer unsichtbar in der Zwinge „versteckt". In seiner Elastizität ist ein solches Produkt unübertroffen. Da die längeren Kolinsky-Schweifhaare nur sehr selten sind, ist der Preisunterschied in den Haarlängen groß.
Ein nur um 3 mm längeres Kolinsky-Rotmarderhaar verteuert den
Kilopreis bereits um € 850,-. Der Pinselkörper muss am Ohr bis in die Waagerechte gehoben, gebogen und dann schnell losgelassen werden.
Je höher der
Rückschnalzton, desto länger sind die im Pinsel verarbeiteten Haare und umso
größer ist seine Elastizität.
Haare und Borsten lassen im Pinselkörper kleine Kapillare entstehen, in die die Farbe einfließt bzw. aufgesogen wird. Je mehr Haare also in einem Pinsel zusammengefasst sind, desto größer ist die Kapillarwirkung, desto höher seine Farbaufnahmefähigkeit. Das Fehhaar als Haar mit dem kleinsten Durchmesser ist durch die größere Haarmenge in der Zwinge in der Lage, von allen Besteckmaterialien die meiste Farbe aufzunehmen. Daher eignen sich Fehhaarpinsel besonders gut für Verwascharbeiten. Rotmarderhaar und Synthetikfaser besitzen eine annähernd gleich hohe Fähigkeit, Farbe aufzunehmen. Doch ist die Industriefaser, da ihr die natürliche „Schuppenstruktur" fehlt, den Naturhaaren hinsichtlich Farbabgabe eindeutig unterlegen. Naturhaare und Naturborsten sind die traditionellen Besteckmaterialien eines Pinsels. Ihr innerer Aufbau ist gleichartig. Um einen Markstrang schließt sich eine schuppenartige Deckschicht, die von großer Bedeutung für Saugfähigkeit, Schluss und Elastizität des Pinselkörpers ist. Je enger die feinen Schuppen am Markstrang anliegen, umso größer ist die Spannkraft des Pinsels. Saugt ein Pinsel z. B. zu lange Wasser oder kann er nicht richtig austrocknen, so öffnet sich die Schuppenhülle - die Elastizität lässt nach, der Pinselkörper „geht aus der Form".
Naturhaare enden in einer einzigen, mehr oder weniger
fein ausgebildeten Spitze; dagegen laufen Naturborsten zur Spitze hin in
mehreren sog. „Fahnen" aus. Je feiner und zahlreicher diese Fahnen sind, umso
fülliger und saugfähiger ist die Borste. Sie besitzen eine hohe Spannkraft, Stabilität und Haltbarkeit, sind leicht zu pflegen und preisgünstig.
Pinsel aus Kunstfasern haben sich für
das Vermalen bestimmter Farbkonsistenzen, insbesondere der Acrylfarbe und für
die Arbeit auf rauen Malgründen, bewährt. Der Nachteil der Synthetikhaar- und -borstenpinsel liegt in ihrer, im Vergleich zum Naturhaar, wesentlich schnelleren, Farbabgabe, da ihnen die natürliche Schuppenstruktur des „echten" Haares fehlt. |
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