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Airbrush bedeutet wörtlich und sinnig übersetzt „Luftpinsel“


Datum: 22.09.2009 2:23 Uhr

        Immer noch vor dem Durchbruch

Airbrush bedeutet wörtlich und sinnig übersetzt „Luftpinsel". Farbe wird mittels komprimierter Luft und einer Düse vernebelt und auf das Modell aufgesprüht.

Düsendurchmesser, Distanz zum Objekt und Pigmentierung bestimmen den gewünschten Effekt.

Der Airbrush ermöglicht einen unvergleichlich feinen und differenzierten Farbauftrag.

  • Vor 110 Jahren, im Jahr 1893, lässt sich der Brite Charles Burdick die Spritzpistole als Hilfsmittel zum Auftrag von Farbe auf jede erdenkliche Art von Untergründen patentieren.

Während sie in der industriellen Warenproduktion oder in Bereichen angewandter Kunst wie medizinischer und technischer Illustration, Design und Werbung bis heute nicht mehr wegzudenken ist, wartet die luftige Technik des Airbrush nach einem spektakulären, aber kurzen Intermezzo im angloamerikanischen Photorealismus der 60er und 70er Jahre bislang immer noch auf ihre Anerkennung als vollwertiges künstlerisches Medium.

Der Airbrushtechnik steht, zu Unrecht, die spezifische Eigenart im Wege, dass es bei der Arbeit keine direkte, über ein Werkzeug vermittelte Berührung zwischen Ausführendem und Bildträger gibt.

Dieses Problem bekam schon Charles Burdick zu spüren, als die Royal Academy in London sich weigerte, seine Arbeiten in ihre jährlichen Präsentationen aufzunehmen.

Dabei bedarf die Beherrschung und künstlerische Umsetzung der Technik des Airbrush der gleichen Schulung und Übung, wie jede andere. Kreativität, Idee, Entwurf und Ausführung müssen vom Künstler selbst geleistet werden.

Voraussetzung sind in erster Linie kreative Menschen, die sich kritisch und engagiert nicht nur mit den Möglichkeiten dieses Mediums, sondern auch mit den gegenwärtigen künstlerischen Entwicklungen auseinandersetzen und dieses kompetent, medienspezifisch und experimentierfreudig verarbeiten.

Das Problem des sich relativ unkontrolliert verteilenden Farbnebels wird mit Hilfe von aufgeklebten oder- gelegten und entsprechend ausgeschnittenen Masken (=Abdeckungen) gelöst.

Zur Erzielung außergewöhnlicher Effekte kommen manuelle Techniken wie die Zeichnung mit Buntstiften, der feine Pinsel oder das Ausschaben von Weißhöhungen mit einem Skalpell zum Einsatz.

Hinzu kommt, dass ein gewisses Maß an technischem Verständnis und Akribie bei der Anwendung, Pflege und Instandhaltung der verwendeten Geräte vorteilhaft ist.

  •       Der Kompressor

 

  Kleine Membrankompressoren sind eine preisgünstige Alternative für den Gelegenheits-Airbrusher; Nachteil ist, dass sie die Arbeit leise, aber stetig begleiten.


Für eine kontinuierliche Versorgung mit einem gleichmäßigen Luftstrom gibt es heute eigens entwickelte Kompressoren, die sehr geräuscharm sind.

Die Größe und damit der Preis des ausgewählten Gerätes hängen vom individuellen Anspruch und der Arbeitsintensität ab.

Zur Ausstattung des Kompressors sollten ein

  • ausreichender Luftspeicher,
  • eine Automatik (die den Kompressor bei Erreichen einer einstellbaren Restmenge an- und bei Maximalbefüllung abstellt),
  • ein Wasserabscheider und entsprechende Anschlussmöglichkeiten (für einen oder mehrere Druckluftschläuche) gehören.

Aus versicherungstechnischen Gründen sollte man auch auf Prüfplaketten (z.B. TÜV) achten. Regelmäßige Wartung ist unerlässlich.

  •        Die Spritzpistole


  Bei den Spritzpistolen unterscheidet man zwischen solchen mit Einfach- oder Doppelfunktionshebel.

  • Spritzpistolen mit einfacher Hebelfunktion ermöglichen mengenmäßig nur eine vorher festgelegte Freisetzung von Farbe, Veränderungen der Einstellung erfordern eine Unterbrechung der Arbeit.
  • Der Doppelfunktionshebel erlaubt dagegen die gleichzeitige Regulation von Luft- und Farbmengenzufuhr und ermöglicht damit ein spontaneres, variables und vor allem kontinuierliches Arbeiten.


Noch vor dem Kompressor verdient die Spritzpistole die größte Sorgfalt bei der Pflege und raschen Reinigung nach dem Gebrauch.

  •        Der Arbeitsplatz

  Der Arbeitsraum sollte gut zu belüften sein, um Gesundheitsbeeinträchtigungen durch den Farbnebel zu vermeiden. Hierbei hilft auch eine Atemschutzmaske.

  Keinesfalls sollte man in anderweitig genutzten Räumen arbeiten, um die Verfärbung von Gegenständen zu vermeiden.

Gutes Licht und ein geeigneter Arbeitstisch oder eine Drehscheibe gehören ebenfalls dazu.

  •        Die Farbe

  Grundsätzlich können alle vermalbaren Farben wie Wasserfarben, Zeichentuschen, Acrylfarben, Gouache oder auch Lacke, Öl- und Leimfarben verwendet werden.

Für den Anfänger eignen sich besonders die Wasserfarbe und die Tusche.

Die anderen genannten Farbarten stellen größere Anforderungen bei der Reinigung der empfindlichen Düse und der Verarbeitung, setzen also eine gewisse Erfahrung, Routine und Sorgfalt voraus.

Darüber hinaus stehen auch eigens für die Airbrushtechnik hergestellte Farben zur Verfügung.

  •        Die Maskierung

  Zum Abdecken von Bildteilen, die gerade nicht bearbeitet oder geschützt werden sollen, verwendet man so genannten Maskierfilm, der nur schwach haftet und daher ohne Beschädigung der darunterliegenden Bildflächen wieder entfernt werden kann.

Aus dem Maskierfilm, den es als Folie gibt und auf den man Entwürfe übertragen kann, schneidet man mit Hilfe eines Skalpells einzelne Bildelemente aus, hebt den entsprechenden Teil ab und bearbeitet ihn.

Nach der Trocknung der Farbe kann dieser Teil abgedeckt und ein anderer freigelegt werden.

Bei der Bemessung der Größe der Abdeckung sollte man nicht sparen, da sonst durch den Farbstaub unerwünschte Effekte auftreten können.

Maskierfilm gibt es auch in flüssiger, mit dem Pinsel aufzutragender Form.

verfügbar in: Tips und Tricks DruckversionPermalink

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