Die Geschichte der Acrylmalerei
Datum: 22.09.2009 2:02 Uhr
Obschon das Herstellungsverfahren für Acrylharz - das auch
zur Herstellung von festem Plexiglas führte - bereits seit dem Jahr 1915
patentiert war, wurden die Dispersionen aus Acrylharzen erst Anfang der 30er
Jahre entwickelt.
Industriell konnten die so genannten Acrylharzbinder erst um
1950 in den USA hergestellt werden. Erst in dieser Zeit gelang es, die als
Farbträger geeigneten Kunstharze so fein in Wasser zu dispergieren, dass eine
emulsionsähnliche Flüssigkeit entstand.
Die Farbtechnologie hatte eine gewisse
Sprödigkeit des Farbfilms zu überwinden. Diesem Nachteil versuchte man durch
Zugabe von so genannten Weichmachern abzuhelfen, die jedoch den besonderen
Vorzug der Kunstharze, ihre Eigenschaft, kaum oder nicht zu gilben
beeinträchtigten.
Sie wurden zunächst als Anstrich- und Lackfarben für Gewerbe,
Industrie und Haushalt geschaffen und in der Wandmalerei angewandt. Für die
Anwendung in Künstlerfarben kamen sie erst Anfang der 60er Jahre auf den
europäischen Markt.
Die Weiterentwicklung der Acrylfarben wurde durch
experimentierfreudige Maler nutzbringend beeinflusst.
Pioniere in der Anwendung
von Acrylmalerei sind die mexikanischen Wandmaler sowie Künstler der
amerikanischen Pop Art, vor allem Roy Lichtenstein (1923-1997) und Andy Warhol
(1928-1987).
Ihre Erfahrungen mit dem neuen Medium sowie experimentelle
Erprobungen in Kunstakademien haben dessen schnelle Verbreitung beeinflusst.
Die Werkbezeichnung "acrylics" für Bilder, die mit Kunstharzfarben gemalt
wurden, zeigt, welche Bedeutung die Verwendung des innovativen Materials in der
amerikanischen Kunst hatte.
Die Herstellung von Künstleracrylfarben lässt seit
den 60er Jahren allmählich einen Auftrieb gegenüber den herkömmlichen Ölfarben
erkennen. Aber dass das neue Medium die Malerei mit Ölfarben vollständig hätte
verdrängen können, lässt sich bis heute nicht darstellen. Deutlich erkennbar
bleibt aber ein Gefälle zwischen Europa und Amerika.
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